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Was ist Craft Beer?

Craft Beer: Was ist das eigentlich?

Jeden Tag kommt in Deutschland ein neues Bier auf den Markt: Das Brauerei-Handwerk hierzulande boomt! Was viele Bier-Fans nicht wissen: Der geschmacklichen Kreativität sind – auch innerhalb des Reinheitsgebotes – dabei keine Grenzen gesetzt. Diese Vielfalt nutzen vor allem deutsche Craft Biere und setzen sich damit signifikant vom Einheitsbier ab: Möglich ist, was schmeckt. Nach diesem Credo entfaltet das Craft Beer gerade eine Renaissance des Bierbrauens in Deutschland.

Doch was ist Craft Beer (oft auch als Craft Bier, Craftbier oder Craftbeer bezeichnet) eigentlich? Nun, eine offizielle Begriffsklärung gibt es nicht. Wie dem Craft Beer selbst sind auch seiner Definition kaum Grenzen gesetzt. Ob kleine oder große, neu gegründete oder traditionelle Brauereien oder schlicht Privatleute: Die Herstellung von Craft Beer steht jedem offen.

Craft Beer: Viele Interpretationen, aber ein gemeinsamer Nenner

Die Craft-Beer-Bewegung ist aus den USA nach Deutschland geschwappt. Dort bezieht sich der Begriff Craft Beer (vom englischen Wort craft für „Handwerk“) nur auf Biere, die von unabhängigen Brauern in für den US-amerikanischen Markt verhältnismäßig kleinen Mengen gebraut wurden.

Auch in Deutschland ist das Craft Beer eher in den Mikrobrauereien, die die Hälfte der deutschen Brauereien ausmachen, verortet. Das ist aber nicht zwangsläufig der Fall. Die Vielfalt des Craft Beers spiegelt sich nämlich auch in dessen Definition wider: Eine einheitliche gibt es in Deutschland nicht. Doch ein Blick auf die gängigsten Eigenschaften eines Craft Bieres hilft weiter:

 

Craft Beer ...

  • wird meist in kleinen Mengen gebraut (verglichen mit den bekannten Großbrauereien).
  • wird handwerklich hergestellt. Bei größeren Mengen wird aber auch das Craft Bier nicht mehr per Hand abgefüllt, das wäre unwirtschaftlich.
  • enthält hochwertige Rohstoffe. Craft-Bier-Brauer verzichten beispielsweise häufig auf industriell hergestellte Zutaten wie Hefeextrakt, sondern greifen auf die natürliche Variante zurück.
  • entsteht gerne als Gemeinschaftssud von mehreren Brauern.
  • ist ein kreatives Produkt: es werden neue Aromen, Rezepte oder auch Zutaten ausprobiert oder alte Bierstile wiederbelebt.
  • ist eng mit seinem Brauer oder seiner Brauerin verbunden: Diese stehen hinter ihrem Bier.
  • zielt nicht primär darauf ab, den Massengeschmack zu bedienen.
  • ist etwas für Genießer, denn all die genannten Eigenschaften machen Craft Beer zu etwas Besonderem.

 

Kurz: Craft Beer ist der Gegensatz zum Einheitsbier.

Reinheitsgebot und Craft Beer: Kein Widerspruch

Aber wieso setzt sich Craft Beer geschmacklich oft so stark von den bekannten Biermarken ab? Schließlich werden die meisten Craft Biere nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut ...

Die Regelung, die fürs Bier nur vier Zutaten erlaubt – Hopfen, Hefe, Wasser und Getreidemalz –, ist natürlich vielen Craft-Beer-Brauern ein Dorn im Auge, scheint es ihre Kreativität doch zu beschränken: Früchte, Gewürze, Kräuter – das alles ist nach deutschem Reinheitsgebot nur mit Sondergenehmigung erlaubt.

Deutsche Brauer, die sich jenseits der Grenzen des Reinheitsgebots bewegen, dürfen ihr Bier daher auch nicht Bier nennen, sondern bleiben beim englischen Beer. Allerdings: Die meisten deutschen Craft Biere sind nach dem Reinheitsgebot gebraut. Denn auch das Reinheitsgebot erlaubt Millionen von Möglichkeiten, kreativ zu werden: Es gibt etwa 40 verschiedene Malzsorten, 170 Hopfensorten und 200 Hefestämme (Quelle: Holger Eichele vom Deutschen Brauer-Bund).

Craft Beer: Viel Aroma, viel Hopfen

Zwar darf deutsches Bier mit einer Sondergenehmigung auch Gewürze, Früchte oder Kräuter enthalten – eine Ausnahmeregelung „für besondere Biere“, die in allen Bundesländern bis auf Bayern gilt. Ihre immense Geschmacksvielfalt verdanken nach dem Reinheitsgebot gebraute Craft Biere allerdings meist ausgewählten Hopfensorten: Es gibt beispielsweise Aromahopfen mit Zitronen-, Pfirsich-, oder Mangonote.

Ein Craft Bier braucht mitunter das Vier- bis Fünffache an Hopfen als ein normales Pils! Daher toben sich deutsche Craft-Bier-Brauer gerne an der Biersorte IPA (Indian Pale Ale) aus, einem ursprünglich englischen Bierstil: Weil das IPA traditionell mit viel Hopfen eingebraut wird, bietet es mehr Möglichkeiten für verschiedene Aromen.

Trotzdem gehören nicht nur IPAs ins deutsche Craft-Beer-Sortiment: Auch Lagerbiere und Pils sind beliebte Spielwiesen für kreative Brauer. Sie orientieren sich dabei oft an den in Vergessenheit geratenen alten Bierstilen Europas. Aber auch Neuschöpfungen erweitern die Geschmacksvielfalt. Craft Beer mutet daher eine Exklusivität an, die den massentauglichen, herkömmlichen Bieren bisher fehlte. Vielleicht ist Craft Bier deshalb auch nicht nur Männersache: Nach Zahlen von Braufactum ist mehr als die Hälfte derer, die mehr als einmal Craft Beer gekauft haben, weiblich.

Deutsche Craft-Beer-Hauptstädte sind Berlin, Hamburg und München, aber Craft Biere und das Brauhandwerk boomen auch in kleineren Städten Deutschlands. Jährlich werden neue Brauereien gegründet. Von denen, die bereits bestehen, sind die Hälfte Mikrobrauereien mit einem Jahresausstoß von höchstens 1.000 Hektoliter. Das Interesse am Brauhandwerk steigt, das ist nicht nur an der wachsenden Zahl von Brauereien ersichtlich, sondern auch an immer mehr Hobbybrauern, die ihr Bier selber brauen: Seit 2011 hat sich ihre Zahl vervierfacht! Sie alle bereichern mit ihrem Craft Beer die deutsche Bierkultur.