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Reinheitsgebot

 

Mit dem Reinheitsgebot scheinen sich die deutschen Brauer ins eigene Fleisch zu schneiden – nehmen sie sich doch viele Möglichkeiten, die ausländischen Bierherstellern zur Verfügung stehen. Während die einen das als Bierkultur feiern – nicht zu Unrecht, denn deutsches Bier gilt weltweit als das beste – finden andere die Vorschriften des Reinheitsgebots nicht mehr zeitgemäß. BeerJack bringt Licht ins Dunkel: Braucht es das Reinheitsgebot, um gutes Bier zu brauen? Und warum steckt selbst im Craft Beer oft nicht mehr als Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser – obwohl es so außergewöhnlich schmeckt?

Was besagt das deutsche Reinheitsgebot?

Laut dem Reinheitsgebot dürfen nur vier Zutaten ins hierzulande gebraute Bier:

  • Hopfen
  • Wasser
  • Gerstenmalz
  • Hefe

 

Ausschließlich für obergärige Biere darf Malz aus anderen Getreidarten verwendet werden, weshalb auch das Weizenbier unter das deutsche Reinheitsgebot fällt.

Das Gute: Zusatzstoffe wie künstliche Aromen, Farbstoffe, Stabilisatoren, Emulgatoren oder Konservierungsstoffe haben im deutschen Bier nicht zu suchen.

Gewürze, Früchte, Kräuter dürfen mit einer Ausnahmegenehmigung für besondere Biere, die alle Bundesländer bis auf Bayern anerkennen, ebenfalls verwendet werden.

Der Großteil der Craft Biere wird nach Reinheitsgebot gebraut, sagt Holger Eichele vom Deutschen Brauer-Bund (DBB). Das spiegelt sich auch BeerJack-Sortiment wider: Nur wenige Biere entsprechen nicht dem deutschen Reinheitsgebot. Zwischen diesem und der Craft-Beer-Bewegung besteht also kein Widerspruch – schließlich gibt es auch innerhalb des vermeintlich 500 Jahre alten Biergesetzes Millionen von Möglichkeiten, kreativ zu werden. Der im Vergleich zum herkömmlichen Weißbier, Hellen oder Pils so außerordentliche Geschmack von Craft Beer stammt meist von ausgewählten Hopfensorten. Aber auch etwa 200 Hefestämme und 40 verschiedene Malzsorten stehen für Experimente zur Verfügung.

Trotzdem regt sich Kritik an dem Vorzeigekind der deutschen Bierkultur. Denn so rein wie es klingt, ist das Reinheitsgebot leider nicht.

Glyphosat und technische Hilfsmittel? Nachteile des Reinheitsgebots

Nur wenn deutsche Brauer ihr Bier nach dem Reinheitsgebot herstellen, dürfen sie es unter der Bezeichnung Bier verkaufen. Für ausländische Brauereien gilt diese Regelung jedoch nicht, weil sie nicht konform mit dem EU-Recht ist. Deutsche Brauer heben sich durch den selbstauferlegten Zwang also ganz bewusst ab und tun das bisher sehr erfolgreich.

Mit Qualität hat das Reinheitsgebot allerdings nicht zwangsläufig etwas zu tun – und genau das kritisieren viele Craft-Beer-Anhänger. Das Problem offenbarte sich, nachdem das Umweltinstitut München im Februar 2016 das umstrittene, weil potenziell krebserregende Pestizid Glyphosat in den 14 meistverkauften Biermarken Deutschlands nachgewiesen hatte. In allen Fällen lag der Wert deutlich über den zulässigen Werten für Trinkwasser (für Bier gibt es derzeit keine solche Höchstgrenze).

Weil das Reinheitsgebot nicht gleichbedeutend ist mit ökologisch produzierten Rohstoffen, wandern offenbar auch Pestizide ins Bier. Genau hier setzt Bio-Bier an, das nach Reinheitsgebot, aber mit kontrolliert biologisch angebauten Zutaten gebraut wird. Das stellt Bio-Brauer vor zusätzliche Herausforderungen, denn Hopfen ist ohnehin eine höchst anspruchsvolle Kulturpflanze. Deswegen gibt es derzeit nur sieben Hopfenbauer in ganz Deutschland, die ökologisch anbauen.

Hinzu kommt, dass zwar keine Zutaten außer Hopfen, Wasser, Malz und Hefe ins Bier dürfen. Wohl aber werden sogenannte technische Hilfsstoffe verwendet, zum Beispiel der Kunststoff Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP, E 1202). Er wird eingesetzt, um Hefepartikel nach dem Brauprozess aus dem Bier herauszufiltern, weil sie bei vielen Sorten – mit Ausnahme der naturtrüben – optisch unerwünscht sind. Da technische Hilfsstoffe nur während der Verarbeitung verwendet und dann wieder aus dem Produkt entfernt werden, müssen sie nicht auf dem Etikett angegeben werden.

Kritisiert von Gegnern des Reinheitsgebots wird auch der Einsatz von 

  • Enzymen, die den anderenfalls fünf Wochen dauernden Brauprozess auf wenige Tage beschränken,
  • industriell verarbeitetem Hopfenextrakt statt Hopfendolden,
  • Malzextrakt statt Malz.

 

Aus fürs deutsche Reinheitsgebot? Natürlichkeitsgebot könnte Bier noch reiner machen

Viele Brauer plädieren daher für den Ersatz beziehungsweise die Erweiterung des Reinheitsgebots durch das Natürlichkeitsgebot: Zum Bierbrauen dürfen alle natürlichen Zutaten benutzt werden, darunter auch Früchte wie Kirschen oder Kirschsaft, Haselnüsse, Kaffee, Limetten, Ingwer oder sogar Gemüse wie Gurke, Spargel und Sauerkraut. Malz- und Hopfenextrakt dagegen bleibt außen vor, genauso wie künstliche Hilfsstoffe während der Verarbeitung des Biers.

Allerdings ist ein solches Natürlichkeitsgebot, wie es einige Craft-Bier-Brauer fordern, rechtlich schwierig festzuzurren. Wie definiert man etwas als natürlich? Die als natürliche Aromen bezeichneten Zusatzstoffe aus der Lebensmittelindustrie etwa heißen deswegen so, weil sie mithilfe von natürlichen Mikroorganismen hergestellt werden.

Fazit: Qualität aus Liebe zum Bier

Die Debatte um das Reinheitsgebot wird also vermutlich nicht so schnell beigelegt werden. Doch Craft-Bier-Brauer fühlen sich ihrem Bier auf Stärkste verbunden – und verwenden dafür meist automatisch die besten Zutaten, die sie kriegen können. Damit halten sie sich mitunter nicht nur ans Reinheits-, sondern auch an ihr ganz eigenes Natürlichkeitsgebot. Und darauf kommt es auch uns an: Ins BeerJack-Sortiment kommen nur Biere, die aus hochwertigen Zutaten und mit Hingabe gebraut werden.