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Was ist Weizenbier? Alle Infos zum Bier mit der bewegten Geschichte

01.02.2018

Du denkst, du gehörst zu den echten Weizenbier-Kennern? Wir glauben, dass selbst Profis hier noch etwas Neues über ihr Lieblingsgetränk erfahren können. Wir laden dich ein zu einer Exkursion in die Welt des Weizenbiers!

Inhaltsverzeichnis

    Weißbier oder Weizenbier? - Der Unterschied...

    Um die Antwort auf eine der häufigsten Fragen gleich vorwegzunehmen: „Weizenbier“ und „Weißbier“ sind – zumindest heutzutage – zwei Namen für ein und denselben Bierstil. Am berühmtesten ist wohl das bayerische Weißbier. Doch selbst im hohen Norden braut und trinkt man Weizenbier, wie das Getränk außerhalb von Bayern häufiger genannt wird. Von beiden Namen existieren je nach Region und Rezept noch weitere Ableitungen, die für zusätzliche Verwirrung sorgen. Zeit zu erklären, was ein Weizenbier eigentlich ausmacht – und wo die feinen Unterschiede liegen.

    Den Einzellern sei Dank!

    Eines von zwei Kriterien, die ein Bier zum Weißbier machen, ist die obergärige Brauart. Der Name geht auf die obergärigen Hefen zurück, die den Zucker aus dem Getreidemalz in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Neben dem Weizenbier gibt es noch viele andere obergärige Biere – berühmte Beispiele sind die englischen Pale Ales und Stouts, aber auch das Kölsch und das vor allem im Düsseldorfer Raum beliebte Altbier. 

    Als die ersten Biere gebraut wurden, wusste man freilich noch nicht, dass die Hefe für den Alkohol verantwortlich ist. Die einzelligen Gärhelfer waren schlichtweg noch nicht entdeckt worden. Dass es mit dem Bierbrauen trotzdem sogar schon vor mehreren Tausend Jahren geklappt hat, lag daran, dass Hefen überall in der Natur vorkommen. Auf Pflanzen, auf dem Boden, in der Luft – von überall her fanden die Kleinlebewesen unbemerkt ihren Weg in die Braukessel und sorgten dafür, dass die Gärung in Gang kam. 

    Ob dabei ein ober- oder untergäriges Bier entstand, war vor allem von der Umgebungstemperatur abhängig: Während sich obergärige Hefe bei etwa 15 bis 20 °C am wohlsten fühlt, produziert untergärige Hefe den Alkohol am liebsten bei etwa 4 bis 9 °C. Im Frühjahr, Sommer und Herbst gewannen also obergärige Hefen meist die Oberhand, während ihre untergärigen Kollegen auf der faulen Haut lagen und erst im Winter so richtig auf Touren kamen. 

    Anfang des 15. Jahrhunderts wussten die Bierbrauer bereits, dass Biere auf zwei Arten vergären und dass man die Substanz, die sich beim Brauen oben auf dem Bier oder unten im Bottich absetzt, für den nächsten Sud wiederverwenden kann. Wissenschaftlich erklären konnte man den Gärvorgang noch nicht – das gelang erst Louis Pasteur im 19. Jahrhundert. Dennoch wurde die Hefe bereits bewusst zum Brauen eingesetzt. 

    Es mag überraschen, dass ausgerechnet in Bayern die untergärige Brauart zunächst populärer war: Das sogenannte „braune Bier“ aus dunkel geröstetem Malz wurde kühl vergoren und war dadurch lange haltbar. Erst im Laufe des 15. Jahrhunderts gelangte das helle, obergärig gebraute Weißbier aus Böhmen nach Bayern und fand Eingang in die dortige Bierkultur. In seiner neuen Heimat sollte es durch die kommenden Jahrhunderte hindurch immer wieder Höhen und Tiefen erleben. 

    Die Geschichte des Weißbieres ist übrigens nur ein Teil des fruchtbaren kulturellen Austauschs zwischen zwei Bierregionen. Die Bayern revanchierten sich 1842, als ein bayerischer Braumeister seinen böhmischen Kollegen ein wenig Nachhilfe im untergärigen Brauen gab. Aus dem dunklen, trüben, warm vergorenen und bis dato wenig erfolgreichen Bier aus der Stadt Pilsen wurde mithilfe der alten bayerischen Brauart ein Welterfolg: Das Pils war geboren.

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    Ohne Weizen kein Weizen

    Neben der obergärigen Brauart gibt es noch eine weitere Eigenschaft, die ein Bier aufweisen muss, um als Weißbier oder Weizen zu gelten: Anders als bei untergärigen Bieren, die nur mit Gerste gebraut werden dürfen, muss das Malz beim Weißbier mindestens zur Hälfte aus Weizen hergestellt sein. Ergänzt wird es von Gerstenmalz; es dürfen auch andere Getreidesorten wie Roggen oder Dinkel hinzugefügt werden. 

    Diese Bestimmungen zur Herstellung von Weißbier oder Weizenbier sind jedoch erst in der jüngeren Geschichte in dieser strikten Form aufgekommen. Nicht immer war das Weißbier ein Weizenbier: Die ältere Bezeichnung „Weißbier“ wurde ganz einfach für alle Biere verwendet, die nicht schwarz, braun oder rötlich waren. Man braute sie mal aus diesem, mal aus jenem Getreide; mal nach diesem, mal nach einem anderen Rezept. Die an das Getreide angelehnte Bezeichnung „Weizenbier“ kam erst auf, als man versuchte, Biersorten besser voneinander abzugrenzen und Regeln für ihre Herstellung aufzustellen. Nach heutigem Verständnis sind Weißbier und Weizenbier dasselbe.

    Die Historie des "Grundnahrungsmittels"

    Was nur wenige wissen: Ausgerechnet das Bayerische Reinheitsgebot von 1516, mit dem viele Weißbier-Brauereien heute werben, hätte gut und gerne das Ende des Traditionsgetränks bedeuten können. Denn mit Inkrafttreten des Gesetzes, das vor dem Hintergrund der bayerischen Wiedervereinigung erlassen wurde, waren im gesamten Land „allein Gersten, Hopfen und Wasser“ als Bierzutaten erlaubt. In München war das Brauen mit Weizen schon 1447 verboten worden. Wie aber kam es zu Sinneswandel? 

    Das Bayerische Reinheitsgebot war ein früher Versuch, die Bierherstellung besser zu regulieren und zu kontrollieren. Ein wichtiger Beweggrund für seinen Erlass war der Schutz der Bevölkerung vor gepanschten Bieren. Anstelle von Malz wurden nämlich immer wieder minderwertige Ersatzstoffe wie Wurzeln und Rinden in die Braukessel gegeben; auch Kräuter oder andere Zusatzstoffe waren früher häufig im Bier zu finden. Sie sollten die berauschende Wirkung verstärken, verursachten aber häufig schlimme Vergiftungen. 

    Die an sich sinnvolle Überlegung, die Bevölkerung vor solchen Gefahren zu schützen, rechtfertigte allerdings nicht die Entscheidung, nur noch Gerste als Braugetreide zu erlauben. Schließlich war Weizen ein hochwertigeres Korn und hätte demnach unter Reinheitsaspekten bedenkenlos verwendet werden können. Entscheidend war ein anderer Anlass: Angesichts der Nahrungsmittelknappheit sollte verhindert werden, dass Weizen, der sich im Gegensatz zur Gerste gut zum Backen eignete, zum Brauen verschwendet würde. 

    Das waren durchaus edle Versprechen. Doch Wilhelm IV. aus dem Adelsgeschlecht der Wittelsbacher, der gemeinsam mit seinem Bruder das Reinheitsgebot erlassen hatte, verfolgte mit dem Gesetz auch eigene Interessen. Das in Bayern inzwischen sehr beliebte Weißbier war eine attraktive Einnahmequelle, auf die der Herzog nicht verzichten wollte. Und so versorgten er und seine Nachfahren strategisch ausgewählte Personen mit Sondergenehmigungen zum Weißbierbrauen, bis schließlich Anfang des 17. Jahrhunderts der Wittelsbacher Herzog Maximilian I. ganz allein über das Recht zum Weißbierbrauen verfügte. 

    Das Weißbiermonopol der Wittelsbacher brachte ihnen gutes und dringend benötigtes Geld ein. Die Nachfrage nach dem nun streng regulierten Gut stieg so stark, dass ein Weißbierbrauhaus nach dem anderen gebaut wurde. Das lag unter anderem daran, dass der Herzog Bierimporten aus anderen Regionen einen Riegel vorschob und Wein hoch besteuern ließ. Das ursprüngliche Versprechen, den Weizen nur zum Brotbacken verwenden zu wollen, war natürlich spätestens jetzt hinfällig. Doch auch wenn viele über steigende Brotpreise und die herzogliche Kontrolle über die Weißbierbrauereien schimpften: Die Verbreitung des Weißbiers war nicht aufzuhalten. 

    Etwa 200 Jahre lang blieb das Weißbier das meistgetrunkene Bier in Bayern. Erst Ende des 18. Jahrhunderts bekam es durch das wieder beliebter werdende braune Bier immer mehr Konkurrenz. Da die Herstellung nun nicht mehr lukrativ war, wurde schließlich auch das Weizenbiermonopol aufgehoben. Obwohl nun ein jeder wieder Weißbier brauen durfte, war der Boom vorüber. Im 19. Jahrhundert eroberten die unter bayerischer Beteiligung entstandenen Pilsener Biere die Welt und wurden auch in Bayern zur beliebtesten Biersorte. 


    Auch wenn es die meisten alten Weißbierbrauereien heute nicht mehr gibt: Völlig verdrängen ließ sich das krisenerprobte Weißbier nicht. Die Brauart ist und bleibt untrennbar mit der bayerischen Tradition und Geschichte verknüpft. Längst hat sich das Weizenbier international einen Namen als Aushängeschild deutscher Bierkultur gemacht; hierzulande kam es ab den 1960er-Jahren zu einer regelrechten Wiedergeburt. Heute ist besonders das Hefeweizen wieder angesagt. Das mag am aktuellen Trend zu bewusster Ernährung und möglichst naturbelassenen Lebensmitteln liegen; rührt aber gewiss auch daher, dass der Craft-Beer-Boom in vielen Menschen die Neugier auf die Vielfalt der Biere geweckt und dabei auch die Leidenschaft für traditionsreiche Sorten neu entfacht hat. 

    So war das Weißbier in Bayern laut einer Umfrage im Jahr 2014 bei 45 Prozent der Befragten die beliebteste Biersorte und reichte damit beinahe wieder an das Pils heran, das 52 Prozent der bayerischen Umfrageteilnehmer bevorzugten. Ebenfalls recht beliebt ist das Weißbier übrigens in Baden-Württemberg, wo es damals 38 Prozent der Befragten als ihre Lieblingssorte nannten; sowie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, wo etwas weniger als ein Drittel der Teilnehmer am liebsten Weißbier trinkt. In all diesen Bundesländern ist das Pils ebenso die beliebteste Biersorte: Jeweils etwa 60 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, es am allerliebsten zu trinken (Quelle: Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA)).

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    Kristallweizen vs Hefeweizen

    Auch wenn heutzutage alle Weizenbiere obergärig und mindestens zur Hälfte mit Weizenmalz gebraut werden, so gibt es doch einige Spielarten des beliebten Bierstils, die für Abwechslung sorgen. So kann der Brauer zum Beispiel entscheiden, ob er ein naturtrübes oder ein kristallklares Bier herstellen möchte. Beim klaren Weizenbier, besser bekannt als „Kristallweizen“, werden die Hefe und andere natürliche Trübstoffe nach der Gärung herausgefiltert. Belässt man sie hingegen im Bier, spricht man von einem Hefeweizen

    Vielleicht deshalb, weil es etwas vornehmer aussieht, war das Kristallweizen früher als „Champagner-Weizen“ bekannt – inzwischen darf die geschützte Bezeichnung nicht mehr für die Biersorte verwendet werden. Einige Biertrinker bevorzugen das klare Weizenbier, da sie es aufgrund des geringeren Hefegehalts besser vertragen. Leidenschaftlichen Hefeweißbier-Fans würde ein gefiltertes Bier wohl niemals ins Glas kommen, denn sie sind überzeugt: Hefe macht schön!

    Helles- vs Dunkles Weizenbier

    Keine Bange – selbst diejenigen, die ausschließlich naturtrübes Weizenbier trinken, kommen mit genügend Abwechslung durch die Biergartensaison. Schließlich gibt es gerade beim Hefeweizen unterschiedlichste Ausprägungen – von hell bis dunkel, vom alkoholfreien Weizen bis zum Starkbier. Das helle Weizen – nicht zu verwechseln mit dem „Hellen“, einer untergärigen Biersorte – ist ein wenig heller als das klassische, bernsteinfarbene Hefeweizen. Mit dunkler geröstetem Malz wiederum braut man ein dunkles Weizen. Auf der EBC-Skala – die Maßeinheit „EBC“ („European Brewery Convention“) drückt die Farben von Biersorten in Zahlenwerten aus – liegt das helle Weizen bei 8; das Dunkelweißbier bei 39. Zu den hellsten Bieren gehört das Pils mit EBC 4; zu den dunkelsten das Imperial Stout mit EBC 79.

    Lerne alle Weißbiere aus dem BeerJack Sortiment im Überblick kennen:

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    Leichtes und alkoholfreies Weizen

    Ein leichtes Weizen ist ein Weißbier mit reduziertem Alkoholgehalt. In der Regel liegt dieser bei 2 bis 3 % vol. Damit hat ein leichtes Weizen etwa halb so viel Alkohol wie das klassische Weißbier. Natürlich geht es auch komplett alkoholfrei – fast jeder Weißbierhersteller bietet eine solche Variante an. In Deutschland dürfen Biere als alkoholfrei bezeichnet werden, wenn sie höchstens 0,5 % vol. haben. Wer ganz auf Alkohol verzichten will, etwa in der Schwangerschaft, kann zu alkoholfreiem Weizen mit ausgewiesenen 0,0 % vol. zurückgreifen. 

    In Großbrauereien wird dem Weizenbier der Alkohol nach Abschluss der Gärung entzogen; Craft-Beer-Brauer setzen jedoch eher auf den vorzeitigen Abbruch des Gärprozesses – einerseits aus Kostengründen, andererseits weil bei der nachträglichen Entalkoholisierung wertvolle Aromen verlorengehen können.

    Beliebte alkoholfreie Biere unserer Kunden
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    Weizenbock und Weizendoppelbock

    Das Gegenteil der alkoholarmen Weißbiere sind die Weizenbock- und Weizendoppelbockbiere: Dabei handelt es sich im Starkbiere mit einer hohen Stammwürze von mindestens 16° P („Grad Plato“, Maßeinheit für den Stammwürzegehalt) und einem dementsprechend höheren Alkoholgehalt von etwa 6 bis 7 % vol. Ein Weizendoppelbock kann sogar 10 % vol. und mehr haben. Auf die Spitze treiben kann man den Alkoholgehalt, indem man einen sogenannten „Eisbock“ braut. Dabei wird ein Weizendoppelbockbier so stark gekühlt, dass es fast vollständig gefriert. In der verbleibenden Flüssigkeit, die dann extrahiert wird, steckt besonders viel Alkohol. Die aktuell stärksten Weißbiere liegen bei etwa 13 % vol.

    Eine Besonderheit: Die Berliner Weiße

    „Le Champagne du Nord“ – diese Bezeichnung soll die Berliner Weiße von den Soldaten Napoleons erhalten haben, als diese Anfang des 19. Jahrhunderts Berlin besetzt hatten. Ob die Berliner Weiße einen so vornehmen Spitznamen tatsächlich verdient? Die meisten würden das wohl bei aller Liebe zu dem typischen Berliner Sommergetränk wohl bestreiten. Probiert haben sollte man es trotzdem auf jeden Fall! 

    Das Berliner Weißbier ist ein obergäriges, mit Weizen- und Gerstenmalz gebrautes Bier. Dennoch hat es mit dem herkömmlichen Weizenbier nicht viel gemein, denn die Weiße wird außer mit Hefe auch mit Milchsäurebakterien vergoren, die für den charakteristischen säuerlichen Geschmack sorgen. Die sogenannte malolaktische Gärung hat die Berliner Weiße übrigens tatsächlich mit dem Champagner gemein. Im Anschluss erfolgt zusätzlich eine Flaschengärung, bei der ein Hefestamm zum Einsatz kommt, der auf der Schale verschiedener Obstsorten zu finden ist. Das fertige Bier ist sehr hell, leicht trüb und hat eine Schaumkrone, die jedoch lange nicht so majestätisch ist wie die eines Weizenbiers. 

    Zu Napoleons Zeiten trank man die Berliner Weiße noch pur; außerdem kennt der Berliner auch die „Weiße mit Strippe“, ein Gedeck aus Weißbier und Kümmelschnaps oder Korn. Heute wird die Weiße meist „mit Schuss“ serviert. Gemeint ist ein Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup – so kommen die Bezeichnungen Rote Weiße und Grüne Weiße zustande. Mittlerweile werden auch viele andere Sorten Sirup zur Berliner Weißen kombiniert. Man schlürft das Getränk aus einem halbkugelförmigen Kelch.

    Mit dem Weizenbier gemeinsam hat die Berliner Weiße, dass auch sie durch den Siegeszug der Pilsener Biere zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht war. Hatte es von etwa 1700 bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein noch Hunderte Weißbierbrauereien und -lokale in Berlin gegeben, so fielen diese vollständig dem Siegeszug der Pilsener Biere zum Opfer. Erst in den letzten Jahren wurde die Berliner Weiße wiederentdeckt, sodass mittlerweile eine Handvoll kleiner Brauereien diese alte Spezialität wieder herstellt.

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    Wie schmeckt ein Weizenbier?

    Hefeweizen oder Kristallweizen, Helles oder Dunkles, Leichtes oder Starkbier: Die Ausprägungen des Weizenbiers sind vielfältig. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Stammwürze, die entscheidend für den Alkoholgehalt ist; und durch die verwendeten Malzsorten, welche die Farbe und Aromen des Endprodukts maßgeblich mitbestimmen. Auch die Wahl der Hopfensorten beeinflusst die Ausprägung des Weißbiercharakters, jedoch spielt der Hopfen beim Weißbier eine untergeordnete Rolle. Komplexe biochemische Vorgänge während des Gärprozesses sorgen für eine Vielfalt an Aromen. 

    Während das Kristallweizen als gefiltertes Weizenbier geschmacklich eine Sonderrolle einnimmt, könnte man die ungefilterten Weißbiere so beschreiben: Sie haben eine klar wahrnehmbare Hefenote und enthalten in unterschiedlichem Maß sowohl Ester als auch Phenole. Wie bitte? Falls du nicht zufällig selbst Brauer bist, wird dir diese Definition nicht allzu viel über den Geschmack eines Weizenbiers verraten. Lass uns darum einmal ganz vorne beginnen: 

    Dass Hefeweißbiere eine Hefenote haben sollen, klingt logisch. Wie stark der Hefecharakter beim jeweiligen Weißbier ausgeprägt ist, hängt aber auch von den anderen Geschmacksnoten ab, die im Bier stecken. Diese können die Hefe angenehm ergänzen, aber auch in den Hintergrund treten lassen. Eine nicht zu starke, aber deutlich wahrnehmbare Hefenote ist eines der zentralen Geschmacksmerkmale eines guten Weizenbiers. 

    Die Ester im Weizenbier wiederum sind aromaaktive Substanzen, die beim Gärvorgang entstehen. Sie sorgen dafür, dass das Getränk einen fruchtigen bis würzigen Charakter erhält. Von den vielen verschiedenen Estern, die man im Weizenbier nachweisen kann, ist das Isoamylacetat wohl am berühmtesten. Die Substanz mit dem komplizierten Namen bringt ein deutliches Bananenaroma in das Bier; andere Ester lassen es nach Äpfeln, Birnen, Rosen, Ananas oder Aprikosen schmecken und duften. 

    Den geschmacklichen Gegenpol zu den Estern bilden die Phenole. Diese wichtigen natürlichen Geschmacksträger, zu denen übrigens auch die im Wein enthaltenen Tannine gehören, verleihen dem Hefeweizen ein an Gewürznelken erinnerndes Aroma, manchmal verströmt das Getränk auch den Duft von Muskatnuss oder Pfeffer. In der Regel tendiert das Weizenbier entweder zu einem fruchtigen, durch Ester geprägten Geschmack oder zu einem phenolischen Gewürzaroma. 

    Je nach verwendetem Malz kann das Bier außerdem ein feines oder sehr herzhaftes Weizenaroma haben, an frisches Brot oder Nüsse erinnern oder – etwa bei dunkel geröstetem oder karamellisiertem Malz – vielschichtige Röstaromen oder süßliche Karamellnoten verströmen. 

    Eine wahrnehmbare Hopfenblume ist beim Hefeweizen unüblich. Lediglich beim Kristallweizen und bei saisonalen Weißbieren, die man im Sommer trinkt, ist der frisch-herbe Charakter des Hopfens erwünscht, da er das Bier leichter und spritziger wirken lässt. Ansonsten zeigt sich der Hopfen im Weizenbier eher als mild-bittere und rauchige Hintergrundnote. 

    Im Mund sollte sich ein Hefeweizen vollmundig und beinahe cremig anfühlen, gleichzeitig aber prickelnd und frisch sein. Diese Kombination macht der hohe Gehalt an CO2 möglich. Das Kohlendioxid im Bier erzeugt auch die Schaumkrone, die ebenfalls zu den Markenzeichen des Hefeweizens gehört: Sie sollte feinporig, standfest und langlebig sein. Darunter kann das Bier von Goldgelb, Honig-, Bernstein- oder Rubinfarben über Tiefbraun bis fast Schwarz alle denkbaren Schattierungen annehmen.

    Zu welchem Essen passt welches Weizenbier?

    Das klassische Hefeweizen passt hervorragend zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Bergkäse und natürlich zur Weißwurst. Diese kann man übrigens schon zeitig am Tag beim sogenannten Weißwurstfrühstück genießen, zusammen mit einer Brezel und süßem Senf – auch hier darf das klassische Weißbier als Begleitung natürlich nicht fehlen. Bei deftigeren Mahlzeiten, etwa zu Braten und Wildfleisch, passt besonders gut ein dunkles Weizen – auch zu Schokoladendesserts kann man es gut trinken.

    Wer leichte Gerichte bevorzugt oder auf die schlanke Linie achtet, für den ist ein alkoholfreies oder leichtes Weizen empfehlenswert. Ebenfalls perfekt als Ergänzung zur leichten Küche eignet sich ein Kristallweizen, das zu Fisch und Meeresfrüchten, hellem Fleisch oder fruchtigen Desserts passt. Durch die fehlende Hefe und die stärkere Hopfung schmeckt es frischer und herber als unfiltrierte Weizenbiere. Sogar als Aperitif wird das Kristallweizen mitunter empfohlen. 

    Der Alkoholgehalt des Weizenbocks, insbesondere aber der des Weizendoppelbocks und des Eisbocks, reicht fast an jenen eines Weins heran. Deshalb eignen sich die Sorten ideal zur Abrundung eines leckeren Essens – ein Weinglas ist dabei eine gute Orientierung für die Menge. Weizenbockbiere sind dunkel, vollmundig und intensiv und passen hervorragend zu Nachspeisen wie Crêpe, Tiramisu oder dunkler Schokoladen-Mousse.

    Übrigens ist auch das Weizenbier selbst schon sehr nahrhaft: Etwa 250 Kalorien stecken in einem halben Liter, etwas weniger im leichten oder alkoholfreien Weizen. Die Energie stammt vor allem aus Kohlenhydraten, aber auch aus Eiweiß. Den sekundären Pflanzenstoffen aus dem Hopfen sagt man eine außerordentlich positive Wirkung auf die Gesundheit nach. Nicht zuletzt sind Mineralien wie Kalium und Calcium und viele B-Vitamine im Weizenbier enthalten. Übertreiben sollte man es mit dem Weizentrinken trotzdem nicht, schließlich wiegen die positiven Gesundheitseffekte nicht die Schädigungen des Körpers durch zu viel Alkohol auf. In Maßen genossen, ist das Weizen aber ein wahres Kraftelixier.

    Traditionsgetränk im neuen Gewand: Craft-Beer-Weizen

    Wie bei allen Lebensmitteln gilt auch für das Weizenbier: Je sorgfältiger die Rohstoffe ausgewählt und je schonender sie zubereitet werden, desto gesünder ist das Endprodukt. Wie praktisch, dass die Auswahl an handwerklich gebrautem Weizenbier im Zuge des Craft-Beer-Trends gerade immer größer wird. So setzen etwa viele Craft-Beer-Brauer auf ökologisch angebautes Getreide. Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und mineralische Dünger ist gut für die Böden und für die Gesundheit. Beim Rösten von Malz spielt das Fingerspitzengefühl eine große Rolle dabei, dem Weizenbier genau die gewünschten Aromen zu verleihen. 

    Auch wenn der Hopfen beim Weißbier weniger stark zur Geltung kommt: Nur die sorgfältige Auswahl der Hopfensorten ergibt einen runden Geschmack. In der Craft-Beer-Szene spielen die Aromahopfen eine große Rolle: Sie verleihen dem Weizenbier besonders feine und vielfältige Geschmacksnuancen und sind darüber hinaus besonders reich an gesundheitsfördernden Polyphenolen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. 

    Ein traditionelles Merkmal des Weißbiers, das industriell hergestellte Weizenbiere nicht immer aufweisen, ist die Flaschengärung. Nach der Hauptgärung, die einige Tage dauert, wird das Weizenbier in Flaschen gefüllt; während der Flaschengärung wird der Restzucker von der Hefe vergoren. Dabei wird das Weizenbier auf natürliche Weise karbonisiert, erhält also seinen CO2-Gehalt. Allerdings können dabei auch Geschmacksnoten entstehen, die den Charakter des Biers verändern. Industrielle Brauereien, die einen gleichbleibenden Geschmack garantieren möchten, arbeiten deshalb häufig mit einem Trick: Nach der Hauptgärung wird das Bier vollständig filtriert und im Anschluss eine untergärige Hefe zugesetzt, die den Geschmack des Getränks weitgehend unverändert lässt. Hier bieten die Craft-Beer-Alternativen, die authentisch in der Flasche vergoren werden, einen echten Mehrwert: Vielleicht ist das Ergebnis nicht immer vorhersehbar, dafür ist jedes Weißbier ein handwerkliches Unikat. 

    Das klassische, unfiltrierte Weizenbier solltest du übrigens so frisch wie möglich trinken. Das gilt für ein bereits eingeschenktes Bier, aber auch für Flaschen, die du zu Hause lagerst. Lediglich Weizenbiere mit hohem Alkoholgehalt sind länger haltbar. Das Etikett verrät dir, wann du es spätestens getrunken haben solltest. Bewahre die Flaschen am besten dunkel, trocken und bei etwa 5 bis 10 °C auf, idealerweise stehend.

    Wie schenkt man ein Weizenbier richtig ein?

    Damit das Weizen im Glas richtig gut aussieht und der Schaum nicht überläuft, solltest du deine Einschenktechnik perfektionieren. Manche meinen, am besten geht’s, indem man das Weizenglas schräg hält, den Flaschenhals im Inneren des Glases unten aufsetzt, und dann Flasche und Glas gemeinsam langsam wieder in die Senkrechte bringt. Während man sie ausleert, wird die Flasche nach oben gezogen. 

    Der Nachteil dieser Prozedur: Der Flaschenhals taucht in das Bier ein – so kann Schmutz, der sich möglicherweise an der Flasche befindet, ins Getränk gelangen. Das hat schlimme Folgen – nicht für unseren Magen, aber für den feinporigen Schaum auf dem Weizen. Verunreinigungen gefährden seine Stabilität und lassen die hübsche weiße Krone in sich zusammenfallen. 

    Wer das nicht riskieren möchte und noch dazu verhindern will, beim Einschenken wie ein blutiger Anfänger auszusehen, kann sich hier die bayerische Methode abschauen:

    Das Ausspülen des Weizenglases mit kaltem Wasser verhindert, dass der Schaum nicht über den Glasrand hinausschießt. Wer in den Genuss kommt, einmal selbst ein Weizenbier vom Fass zu zapfen, sollte diesen Tipp ebenfalls beherzigen. Mit diesem kurzen Video lernst du das Weißbierzapfen im Handumdrehen:

    Die hohe, schlanke Form des Weizenbierglases sorgt übrigens dafür, dass das Bier lange frisch und prickelnd schmeckt, denn die Kohlensäure steigt dadurch nur langsam auf.

    Weizenbier als Mischgetränk

    Einige Hersteller bieten fertige Weißbier-Mixgetränke an. Doch du kannst dir deine Lieblingsmischung auch selber zusammenstellen. Wie wäre es zum Beispiel mit diesen Kombinationen?

    Cola-Weizen

    Das Weizen-Diesel: Für die einen viel zu süß, für die anderen ein süffiger Muntermacher. Dass fruchtige Aromen, wie man sie im Weizenbier findet, recht gut mit Cola harmonieren, zeigen auch Kirschcola und Co. von bekannten Herstellern.

    Goaß-Maß

    Apropos Kirschcola: Auch die kann man natürlich mit ins Weizenglas geben. Allerdings war ein wohl besonders feierwütiger Zeitgenosse irgendwann einmal der Ansicht, dass Cola und Kirschlikör eine noch bessere Kombination zum Weizenbier sind. Bekannt ist dieses Gemisch als Goaß-Maß.

    Bananen-Weizen

    Bananensaft im Weizen ist eine durchaus naheliegende Kombination, ist doch die Banane in vielen Weizenbieren die vorherrschende Fruchtnote. Der dickflüssige Saft macht das vollmundige Weißbier beim „Bananenweizen“ noch samtiger.

    Weizen-Radler

    Wie das Pils lässt sich auch das Weißbier gut mit klarer Zitronenlimonade kombinieren. Ein solches Weizen-Radler wird in Bayern auch als „Russ’n-Maß“ bezeichnet – es soll in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Lieblingsgetränk russischer Arbeiter gewesen sein.

    Was schwimmt denn da im Weizenbier?

    Der eine oder andere Weizentrinker hat es sicher schon erlebt: Das Weizenglas in der Hand und voller Vorfreude auf den ersten, erfrischenden Schluck, hält man plötzlich inne. Da schwimmt doch etwas im Glas! Beim näheren Hinschauen erkennt man: Hier haben sich ein, zwei oder drei rohe Reiskörner ins Weizenbier verirrt.

    Wer sich nun beim Kellner beschwert, der dürfte belehrt werden, dass die Reiskörner durchaus mit Absicht im Weizen gelandet sind. Die Erklärung: Eines der Qualitätsmerkmale für ein Weizenbier ist, dass sich beim Eingießen eine schöne, stabile Schaumkrone bildet. Je nach Temperatur und Druck des Bieres sowie der umgebenden Luft klappt das mal besser, mal schlechter. Um bei der Schaumbildung etwas nachzuhelfen, greifen einige Weizenglashersteller in die Trickkiste und arbeiten in den Boden des Gefäßes einen sogenannten Moussierpunkt ein: Dieser eigentlich von Sektgläsern bekannte, aufgeraute oder erhabene Punkt am Glasboden soll dafür sorgen, dass sich das im Bier enthaltene Kohlendioxid löst und beim Aufsteigen eine hübsche Schaumkrone erzeugt. Denselben Effekt möchte man mit Reiskörnern erzielen.

    Der Bayerische Brauerbund hat dazu jedoch eine klare Haltung:

    Reiskörner haben im Weißbier nichts verloren. Zwar sorgen sie tatsächlich dafür, dass die Kohlensäure aus dem Bier entweicht, dies ist jedoch mitnichten ein erstrebenswerter Effekt. Die erfrischende Spritzigkeit, die das CO2 dem Hefeweizen verleiht, geht durch das erzwungene Moussieren in kürzester Zeit verloren und das Bier schmeckt schon kurz nach dem Servieren schal. Ein weiteres No-go laut Brauerbund: Zitronenscheiben im Kristallweizen.


    Weder sollte man den Geschmack eines leckeren Weizenbiers mit Zitrusgeschmack übertünchen, noch sollte man riskieren, dass die ätherischen Öle in der Zitronenschale den Schaum in sich zusammenfallen lassen.

    Und was lernen wir aus alledem? Einem richtig guten Weizenbier ist einfach nichts hinzuzufügen!

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