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Porter – das kleine Schwarze mit Tradition

Schaut man heute in die Bierregale eines durchschnittlichen Supermarktes in Deutschland, wird man kaum glauben, dass das Porter-Bier einmal zu den beliebtesten Bieren in Europa gehörte. Wenn Du Glück hast, findest Du eine Sorte – eine Garantie gibt es aber nicht einmal dafür. Das dunkle, meist tiefschwarze Bier mit dem markanten malzigen Geschmack hat seinen Ursprung im England des 18. Jahrhunderts. Das Porter war beliebt bei den englischen Arbeitern und verbreitete sich schnell über das europäische Festland.

Rund 200 Jahre später scheint aber gerade in Deutschland das Porter nahezu vollständig vom Markt verschwunden zu sein. Von der Mitte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts produzierte kaum eine Brauerei hierzulande noch Porter-Bier. Eine Renaissance erlebte die Biersorte erst wieder durch die Craft-Beer-Bewegung unserer Tage. Der Bierstil erfreut sich in der Szene großer Beliebtheit, was aufgrund der experimentellen Brauweisen zu einer Vielzahl unterschiedlicher Geschmacksrichtungen geführt hat – eine facettenreiche Wiederbelebung eines starken Biers.

Kind der industriellen Revolution

Dem heutigen Porter und den daraus entstandenen Sorten wie dem Stout geht eine lange Tradition voraus. Erstmals nach dem Bierstil gebraut wurde im Jahr 1722 vom Londoner Brauer Harwood, die damaligen Namen der Sorten lauteten Entire oder Entire butt. Dabei wurden die drei Bierstile Lagerbier, Ale und Starkbier zu je einem Drittel verschnitten. Schnell gewann das herbe Bier bei der Bevölkerung große Popularität. Da es sich besonders bei den Lastenträgern großer Beliebtheit erfreute, prägten sie auch dessen Namen: „Porter“, „der Lastenträger“.

Aber nicht nur sein Geschmack war der Grund dafür, dass das Porter-Bier so beliebt wurde. Damals stand Großbritannien am Beginn der industriellen Revolution. Die technische Entwicklung und die steigende Produktivität verlangten den Arbeitern höchsten Einsatz ab. Die schwere Arbeit im Bergbau, in der Schwerindustrie und am Hafen zehrte an Kräften und Nerven. Das Porter galt als besonders nährstoffreich, man erhoffte sich, dass die Arbeiter durch den regelmäßigen Genuss dieses Bieres wieder schnell zu Kräften kämen.

Da das Zusammenmischen mehrerer Biersorten aber viel Zeit in Anspruch nahm und auch keine durchgehende Qualität garantiert werden konnte, gingen die Brauereien schnell dazu über, Porter mit den Eigenschaften der drei Biersorten direkt zu brauen. Deshalb gilt Porter-Bier auch als eines der ersten Industriebiere. Über Jahrhunderte galten die alkoholarmen Porter auch in Deutschland als nährstoffreiche Biere, die der Gesundheit förderlich sind. Der Volksmund bezeichnete das Porter deshalb auch als Ammen-, Malz-Extrakt- oder Gesundheitsbier.

Geschmackliche Vielfalt und dunkle Erscheinung

Das traditionelle Porter von den Britischen Inseln ist ein obergäriges Bier, das schon durch sein Aussehen bzw. seine Farbe besticht – ein sehr dunkler Braunton, der ins Tiefschwarze gehen kann, mit einer feinporigen, cremigen Schaumkrone hellbräunlicher Färbung. Die Farbwerte liegen mit 47 bis 80 EBC (European Brewery Convention) sehr hoch.

Die meisten Porter-Biere haben eine Stammwürze zwischen 16 und 19 Plato, sie darf aber auch höher liegen. Somit fällt die Biersorte in die Klasse der Starkbiere. Entsprechend ihrer Stammwürze haben Porter einen Alkoholgehalt zwischen 4 und 6 Prozent. Es finden sich aber auch Sorten mit höherem Alkoholgehalt, die in ihrem Charakter stark an Stouts erinnern. Generell lässt sich das Porter für Laien nur schwer vom Stout unterscheiden. Am deutlichsten hebt es sich von Letzterem dadurch ab, dass beim Porter der Alkohol- und Hopfengehalt geringer ist.

Der Begriff „Porter“ ist im Gegensatz zu „Pilsener“ oder „Alt“ nicht geschützt. Deshalb darf ein Porter neben Malz und Hefe auch noch weitere aromareiche Zutaten enthalten. Allen Porter-Bieren ist allerdings der relativ geringe Hopfenanteil gemein. Hopfen soll durch seine Bitterstoffe der Süße des Malzes entgegenwirken. Als mit der Herstellung von Porter begonnen wurde, war die Zugabe von Hopfen eher selten.

Das frühere Porter war eigentlich immer sauer. Damals wurde dunkles Bier in England in Holzfässern gelagert, wo es sich nahezu immer mit Brettanomyces infizierte, einer wilden Hefe, die für das typische Aromaprofil verantwortlich war. Heute ist kaum ein Porter mehr sauer, und die Craft-Beer-Szene interpretiert den Bierstil etwas kreativer. So findet sich in den Bieren mehr Hopfen als ursprünglich üblich.

Im Antrunk sind Porter-Biere malzig, süßlich und karamellartig. Im Nachtrunk schlagen das Bittere des Hopfens und ein ausgeprägtes Röstaroma durch. Der Röstgeschmack liegt am hohen Einsatz von Malzen, vor allem von Röstmalzen, die bei 200 bis 230 °C hergestellt werden und dabei das typische Röstaroma entwickeln. Dadurch lassen sich auch Biere verwirklichen, die nach Schokolade („Chocolate Porter“) oder Kaffee („Coffee Porter“) schmecken.

Weitere Feinabstimmungen hinsichtlich des Geschmacks lassen sich mit Karamellmalz, Sauermalz oder Milchsäurebakterien erreichen. Ein mit Milchsäurebakterien hergestelltes Porter wird auch als „Milk Porter“ bezeichnet. Nicht unüblich ist auch die Zugabe anderer süßlicher Aromen wie beim Vanille-, Erdbeer- oder Kirsch-Porter. Wer es weniger süß mag, greift zum „Smoked Porter“. Für dessen Herstellung wird geräuchertes Malz eingesetzt, wodurch das Porter-Bier ein rauchiges Aroma erhält.

Vom Hafendock um die Welt

Porter-Bier wurde auch von den englischen Seeleuten geschätzt. Über den Schiffsverkehr verbreitete es sich zunächst in Europa und schlussendlich bis in die letzten Winkel des britischen Kolonialreichs. So gelangte es tatsächlich bis in 20.000 Kilometer entfernte Indien, auf die andere Seite des Globus. Allerdings setzte es sich dort nicht wirklich durch. Die Gründe dafür kennt man heute nicht so recht, aber es scheint so, als wären im schwül-heißen Klima Indiens helle, frische und durstlöschende Biere schlicht beliebter. Auf dem europäischen Kontinent dagegen entwickelte sich indes ein eigener Porter-Stil.

Die Eroberung des Ostseeraums: Baltic Porter

Das britische Porter erreichte über die Häfen bald das europäische Festland. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Popularität des Biers. Während es zunächst noch von der Insel importiert wurde, begannen die Brauereien an der Ostseeküste schnell, ihre eigenen Porter-Sorten zu brauen. Herausgekommen sind dabei die sogenannten „Baltic Porters“, die im Gegensatz zu ihren englischen Pendants untergärig gebraut werden.

Das Baltic Porter ist geschmacklich eine Mischung aus seinem britischen Vorgänger und dem süßeren, hochalkoholischen russischen Imperial Stout. Der Bierstil wurde und wird vor allem in den baltischen Staaten gebraut, also in Litauen, Estland und Litauen, sowie in Finnland, Polen und Russland. Der eiserne Vorhang ließ das Baltic Porter in den westlichen Staaten in Vergessenheit geraten, bis ambitionierte Craft-Beer-Brauer die Bierspezialität wieder auf den Markt brachten. Im Baltikum, in Polen und im westlichen Russland ist das Baltic Porter bis heute beliebt und wird dort von namhaften Brauereien hergestellt.

Geschmacklich erinnert das Baltic Porter mit seinem hohen Alkoholgehalt und seiner salzigen Süße eher an die russischen Stouts als an die britischen Porter. Die Bitterkeit ist mittel bis niedrig. Im Nachgang erhöht der Geschmack von dunklen Früchten, Karamell, Toffee oder Johannisbeere die Komplexität. Ein Genuss für Bierliebhaber, die es kräftig und gleichzeitig süß mögen.

Die Eroberung der neuen Welt: Vanille-Porter

Die Seefahrt machte es möglich, dass das Porter auch seinen Weg von Europa über den Atlantik nach Amerika fand, und später sogar nach Australien gelangte. Auch in den USA wurde zunächst Porter-Bier getrunken, welches seinem britischen Vorbild entsprach. Erst später wurden die amerikanischen Brauer experimentierfreudiger und gaben dem Bier eine neue Richtung. So ist es dort nicht unüblich, geräucherten Malz zu verwenden, mit Schokoladen- oder Kaffeearoma zu würzen und so dem „American Porter“ seinen typischen, etwas verbrannten Geschmack zu geben. Einige Brauer lagern ihr Bier sogar längere Zeit in Bourbon- oder Whiskeyfässern.

Eine echte Besonderheit des amerikanischen Raums sind aber die Vanille-Porter („Vanilla Porter“). Die in Colorado ansässige Brauerei Breckenridge produziert Porter, das bekannt ist für sein Aromagemisch aus Vanille und geröstetem Getreide. Dafür werden echte Vanilleschoten aus Madagaskar und Münchner Malz verwendet – internationale Zutaten, die ein ausgewogenes und geschmackvolles Bier hervorbringen, welches einen guten Ruf genießt.

Klassiker in vielen Varianten: Englische Porter 

Noch einmal zurück nach England. Auf der Insel entwickelte sich das Porter eher in eine andere Richtung. Die Biere wurden weniger stark, aber weiterhin obergärig und mit einem komplexen Bukett eingebraut. Ein scharfer bis brenzliger Röstgeschmack war da durchaus beabsichtigt. Anstelle der malzigen Süße traten Nuss- oder Schokoladenaroma. Die Bierstärke lag mit maximal 5 bis 6 Prozent Alkoholgehalt im Bereich eines normalen Vollbiers.

Das ruhmlose Ende

Der eine oder andere sieht das Ende des Porters schon in der „Londoner Bierflut“ von 1814 kommen. Das Bier war sehr beliebt geworden, benötigte aber eine Lagerzeit von bis zu zwei Jahren. In London, der Hochburg des englischen Brauwesens, übertrafen sich die Brauer daraufhin mit dem Bau immer größerer Fässer. Bis sich ein Unglück ereignete. Am 17. Oktober platzte ein Bottich in der „Meux and Company“-Brauerei, der mehr als 135.000 imperiale Gallonen (610.000 Liter) Bier enthielt, was wiederum weitere Bottiche im Gebäude zum Bersten brachte. So ergossen sich am Ende 323.000 imperiale Gallonen (1.470.000 Liter) Bier über die Straßen des Slums von St. Gilles. Dabei stürzten zwei Häuser ein, und mindestens acht Menschen starben.

Die eigentliche Ursache für den vorübergehenden Niedergang des Porters sehen Bierexperten aber in anderen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. In England kam der Bierstil aus der Mode, in Irland nahm das Stout sein Platz ein. Allein einige kleine Brauereien in Schottland hielten der Bierspezialität die Treue. In Deutschland fristete das Porter als Schwarzbier sowieso immer nur ein Nischendasein, bis es in den 1980er-Jahren fast vollends verschwunden war. Nur im Ostseeraum wurde das Baltic Porter durchgängig gebraut. In Polen beispielsweise stellte und stellt jede größere Brauerei Porter her.

Ist ein Stout nicht eigentlich ein Porter?

Irgendwie sind sie doch alle dunkel, die Biere aus England. So kommt es Außenstehenden zumindest häufig vor. Das britische Brauwesen hat auf den Inseln eine lange Tradition, die vieles bis heute bewahrt hat. So wird dort immer noch gerne das Ale gebraut und getrunken. Das obergärige, starke und hopfenbittere Bier behauptet ansonsten in nur wenigen Ländern neben den beliebten Lagerbieren seinen Platz.

Aus dem Versuch Ale, Lagerbier und Starkbier zu einer neuen Sorte zu mischen, entstand das Porter: ein kräftiges, saures Bier mit dunkler Färbung. Äußerlich lässt es sich kaum von einem Stout unterscheiden. Allerdings ist das Stout ausschließlich schwarz, sein EBC-Wert liegt immer im Bereich von 80. Die Unterschiede zwischen einem Stout- und einem Porter-Bier sind nicht riesig. Ursprünglich unterschied man die Biere vor allem dadurch, dass beim Porter gemälztes Getreide und beim Stout vorwiegend unvermälztes geröstetes Getreide zum Einsatz kam. In Zeiten experimentierfreudiger Brauer ist das aber ein nur noch wenig zu gebrauchendes Unterscheidungsmerkmal, das nicht mehr zeitgemäß erscheint. Deshalb gilt als beliebte Faustregel für die Unterscheidung der Biere: Das Porter hat weniger Hopfenbittere und weniger Alkohol.

Eigentlich wurde das Stout in seinen Anfängen „Stout Porter“ („starkes Porter“) genannt. Dabei bezog sich das Wort „stark“ nicht auf den Alkoholgehalt, sondern auf den Geschmack. Über die Zeit wurde der Name einfach auf „Stout“ verkürzt. Besonderen Erfolg feierte das Stout in Irland. Hier wurde es kräftig weiterentwickelt. Das bekannteste Stout ist das von Guinness. Das Export-Guinness entspricht allerdings nicht dem in Irland getrunkenen. Es schmeckt anders als das Original und hat einen höheren Alkoholgehalt. Dadurch gilt es nicht mehr als Schankbier und kann teurer verkauft werden.

Dem Porter-Bier ähnlich ist das India Pale Ale (IPA). Von zu Hause das Biertrinken gewohnt, wollten der Legende nach in Indien stationierte Soldaten auf das erfrischende Getränk aus dem Heimatland nicht verzichten. Erste Versuche, beliebte heimische Biersorten nach Indien zu verschiffen, misslangen kläglich. Bis das Bier in der Kronkolonie ankam, war es ungenießbar geworden.

Damit das IPA auf dem langen Seeweg nicht verdarb, wurde es von den britischen Brauern besonders stark eingebraut. Dieses Verfahren machte es nicht nur besonders haltbar, es verdoppelte auch den Alkoholgehalt im Vergleich zu den damals üblichen Bieren. In der englischen Heimat dachte man sich, die Soldaten in Indien könnten das acht- bis neunprozentige Bier doch mit Wasser auf das Normalmaß verdünnen – was diese aber eher selten taten.

Außerdem wurde dem IPA eine Extraportion Hopfen zugefügt. Hier sind wir dann schon beim zweiten entscheidenden Unterschied zum Porter-Bier, bei dem es ursprünglich verpönt war, Hopfen zu verwenden. Schon damals hatte man festgestellt, dass Hopfen eine antibakterielle und damit konservierende Wirkung auf das Bier hatte – perfekte Voraussetzungen für eine lange Lagerzeit. Deshalb und aufgrund seines guten Geschmacks setzte sich Hopfen daraufhin auch bei anderen Biersorten als Biergewürz durch.

Die Geschichte könnte man jetzt noch weiterspinnen. Dass beispielsweise, was in der Kolonie schmeckte, auch zu Hause gut ankam und so weiter und so fort. Es ist eben eine Legende, welche die Entstehung des IPAs besonders interessant klingen lässt. Sicher ist nur, dass es schon vor 200 Jahren in Großbritannien gebraut wurde und mit hoher Wahrscheinlichkeit eher auf lange Fahrt geschickt wurde, weil es weniger schnell verdarb als andere beliebte Ale- oder Porter-Sorten jener Zeit.

Porter-Biere aus Deutschland

Ähnlich wie in den anderen Ländern des Ostseeraums wurde Porter-Bier in Deutschland als Starkbier vertrieben. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen Rezepte auf den Markt, die es deutschen Brauern ermöglichten, das bis dato durch seinen Preis als Luxus-Bier geltende Porter nachzubrauen. So konnte man um 1820 in Deutschland einige Brauereien finden, die Porter-Biere für den deutschen Markt herstellten. Auf die längste Porter-Brautradition konnte die Brauerei Christian Rose im mecklenburgischen Grabow zurückblicken. Von 1853 bis zur Schließung des Betriebes 1990 wurde das Bier hier erzeugt.

Während in der DDR durchgängig in kleinen Mengen Porter-Bier von verschiedenen Brauereien hergestellt wurde, gab es in der Bundesrepublik seit den 1970er-Jahren nur noch eine Brauerei, die das Porter braute und noch bis heute braut: die Hoepfner-Brauerei in Karlsruhe. Seit den 1990ern taucht Porter-Bier als Nischenprodukt wieder verstärkt im Sortiment einzelner Brauereien wie der Klosterbrauerei Neuzellen, der Schwerter-Brauerei Meißen und des Riedenburger Brauhauses auf. Aber auch die für ihr Schwarzbier bekannte Privatbrauerei Eibau führt seit Längerem ein Porter. Und wie es sich für den hohen Norden gehört, vertreibt die in Stralsund ansässige Brauerei Störtebeker ein „Nordik Porter“ in der klassischen, deutschen Starkbier-Variante.

Da Porter-Biere nicht standardisiert sind, gibt es auch in Deutschland viele Sorten, die sich von der klassischen deutschen Starkbier-Variante unterscheiden. Einige deutsche Porter richten sich nach britischen und amerikanischen Bierstilen, mit einem geringeren Alkoholgehalt; oder sie werden sogar nachgesüßt. Besonders erfolgreich mit letzterer Variante ist die Bergquell-Brauerei Löbau. Sie erfreut sich größerer Beliebtheit mit ihren Biermixgetränken, dem Erdbeer-Porter und dem Kirsch-Porter.

Passt gut zu ...?

Das kräftige Porter mit seiner süßen Malznote im Nachgang wird gerne auch zu kräftigeren Mahlzeiten wie Eintöpfen, Gerichten mit Wild, Steaks oder zum Braten sowie mit kräftigem Käse genossen. Dank der Vielfältigkeit seiner Sorten sind die Empfehlungen aber auch nicht immer so klar. Das „richtige Porter“ zur „richtigen Mahlzeit“ unterstreicht aber auf jeden Fall das Geschmackserlebnis. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ein Restaurant aufsuchen, wo man sich mit Bier auskennt. In Craft-Beer-Hotspots wie Berlin, München und Hamburg, aber auch in Stuttgart, Kiel oder Leipzig finden sich Angebote für spannende food pairings mit Craft Bieren – darunter natürlich auch Porter.

In Großbritannien wird Porter-Bier in schlichten Glaskrügen oder Pints serviert, was einem halben Liter entspricht. In Deutschland dagegen hat sich die Verwendung von sogenannten „Pokalen“, also Stielgläsern, als Biergläser durchgesetzt – passend für ein solch gehaltvolles Bier. Damit sich der Geschmack des komplexen Buketts vollkommen entfalten kann, sollte das Porter nicht zu kalt serviert werden. Die Trinktemperatur bei einem britischen Porter-Bier sollte zwischen 12 und 13 Grad Celsius liegen. Die kontinentale Variante darf auch etwas kühler serviert werden, aber weniger als 10 Grad sollten es auch hier nicht sein.

Und bei so manchem kommt nach dem Genuss leider der Frust: Wer auf seine schlanke Linie achtet, sollte im Hinterkopf behalten, dass die Regel gilt: Je höher der Alkoholgehalt, umso höher die Kalorienzahl des Biers. Auch die Hefe hat einen großen Einfluss auf den Kaloriengehalt eines Biers. Untergärige Biere weisen wegen ihres langsameren und längeren Gärungsprozesses eine geringere Kalorienzahl auf als obergärige Biersorten. Ein Porter von der Insel hat im Durchschnitt 52 Kalorien je 100 Milliliter – es gilt anschließend also, 216 Kilojoule zu verbrennen. Bei einem untergärigen Kontinental-Porter ist es zwar etwas weniger, doch auch hier heißt es: Die Menge macht’s. Und wer trinkt schon nur 100 Milliliter zum Essen?

Was macht das Porter so besonders?

Die Frage lässt sich mit einem Wort beantworten: Vielfalt. Kaum eine Bierspezialität gibt es in so vielen unterschiedlichen Ausprägungen wie das Porter. Abhängig von der Brauweise, den eingesetzten Zutaten und der Ursprungsregion lernen Bierkenner mit jedem Schluck neue Geschmacksnuancen kennen.

Und nicht zuletzt ergibt sich die Vielfalt auch durch die unterschiedlichen Brauereien: Diese brauen das Porter auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise und verleihen ihm somit eine ganz besondere, individuelle Craft-Beer-Note.

Schaut man heute in die Bierregale eines durchschnittlichen Supermarktes in Deutschland, wird man kaum glauben, dass das Porter-Bier einmal zu den beliebtesten Bieren in Europa gehörte. Wenn Du... mehr erfahren »
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Porter – das kleine Schwarze mit Tradition

Schaut man heute in die Bierregale eines durchschnittlichen Supermarktes in Deutschland, wird man kaum glauben, dass das Porter-Bier einmal zu den beliebtesten Bieren in Europa gehörte. Wenn Du Glück hast, findest Du eine Sorte – eine Garantie gibt es aber nicht einmal dafür. Das dunkle, meist tiefschwarze Bier mit dem markanten malzigen Geschmack hat seinen Ursprung im England des 18. Jahrhunderts. Das Porter war beliebt bei den englischen Arbeitern und verbreitete sich schnell über das europäische Festland.

Rund 200 Jahre später scheint aber gerade in Deutschland das Porter nahezu vollständig vom Markt verschwunden zu sein. Von der Mitte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts produzierte kaum eine Brauerei hierzulande noch Porter-Bier. Eine Renaissance erlebte die Biersorte erst wieder durch die Craft-Beer-Bewegung unserer Tage. Der Bierstil erfreut sich in der Szene großer Beliebtheit, was aufgrund der experimentellen Brauweisen zu einer Vielzahl unterschiedlicher Geschmacksrichtungen geführt hat – eine facettenreiche Wiederbelebung eines starken Biers.

Kind der industriellen Revolution

Dem heutigen Porter und den daraus entstandenen Sorten wie dem Stout geht eine lange Tradition voraus. Erstmals nach dem Bierstil gebraut wurde im Jahr 1722 vom Londoner Brauer Harwood, die damaligen Namen der Sorten lauteten Entire oder Entire butt. Dabei wurden die drei Bierstile Lagerbier, Ale und Starkbier zu je einem Drittel verschnitten. Schnell gewann das herbe Bier bei der Bevölkerung große Popularität. Da es sich besonders bei den Lastenträgern großer Beliebtheit erfreute, prägten sie auch dessen Namen: „Porter“, „der Lastenträger“.

Aber nicht nur sein Geschmack war der Grund dafür, dass das Porter-Bier so beliebt wurde. Damals stand Großbritannien am Beginn der industriellen Revolution. Die technische Entwicklung und die steigende Produktivität verlangten den Arbeitern höchsten Einsatz ab. Die schwere Arbeit im Bergbau, in der Schwerindustrie und am Hafen zehrte an Kräften und Nerven. Das Porter galt als besonders nährstoffreich, man erhoffte sich, dass die Arbeiter durch den regelmäßigen Genuss dieses Bieres wieder schnell zu Kräften kämen.

Da das Zusammenmischen mehrerer Biersorten aber viel Zeit in Anspruch nahm und auch keine durchgehende Qualität garantiert werden konnte, gingen die Brauereien schnell dazu über, Porter mit den Eigenschaften der drei Biersorten direkt zu brauen. Deshalb gilt Porter-Bier auch als eines der ersten Industriebiere. Über Jahrhunderte galten die alkoholarmen Porter auch in Deutschland als nährstoffreiche Biere, die der Gesundheit förderlich sind. Der Volksmund bezeichnete das Porter deshalb auch als Ammen-, Malz-Extrakt- oder Gesundheitsbier.

Geschmackliche Vielfalt und dunkle Erscheinung

Das traditionelle Porter von den Britischen Inseln ist ein obergäriges Bier, das schon durch sein Aussehen bzw. seine Farbe besticht – ein sehr dunkler Braunton, der ins Tiefschwarze gehen kann, mit einer feinporigen, cremigen Schaumkrone hellbräunlicher Färbung. Die Farbwerte liegen mit 47 bis 80 EBC (European Brewery Convention) sehr hoch.

Die meisten Porter-Biere haben eine Stammwürze zwischen 16 und 19 Plato, sie darf aber auch höher liegen. Somit fällt die Biersorte in die Klasse der Starkbiere. Entsprechend ihrer Stammwürze haben Porter einen Alkoholgehalt zwischen 4 und 6 Prozent. Es finden sich aber auch Sorten mit höherem Alkoholgehalt, die in ihrem Charakter stark an Stouts erinnern. Generell lässt sich das Porter für Laien nur schwer vom Stout unterscheiden. Am deutlichsten hebt es sich von Letzterem dadurch ab, dass beim Porter der Alkohol- und Hopfengehalt geringer ist.

Der Begriff „Porter“ ist im Gegensatz zu „Pilsener“ oder „Alt“ nicht geschützt. Deshalb darf ein Porter neben Malz und Hefe auch noch weitere aromareiche Zutaten enthalten. Allen Porter-Bieren ist allerdings der relativ geringe Hopfenanteil gemein. Hopfen soll durch seine Bitterstoffe der Süße des Malzes entgegenwirken. Als mit der Herstellung von Porter begonnen wurde, war die Zugabe von Hopfen eher selten.

Das frühere Porter war eigentlich immer sauer. Damals wurde dunkles Bier in England in Holzfässern gelagert, wo es sich nahezu immer mit Brettanomyces infizierte, einer wilden Hefe, die für das typische Aromaprofil verantwortlich war. Heute ist kaum ein Porter mehr sauer, und die Craft-Beer-Szene interpretiert den Bierstil etwas kreativer. So findet sich in den Bieren mehr Hopfen als ursprünglich üblich.

Im Antrunk sind Porter-Biere malzig, süßlich und karamellartig. Im Nachtrunk schlagen das Bittere des Hopfens und ein ausgeprägtes Röstaroma durch. Der Röstgeschmack liegt am hohen Einsatz von Malzen, vor allem von Röstmalzen, die bei 200 bis 230 °C hergestellt werden und dabei das typische Röstaroma entwickeln. Dadurch lassen sich auch Biere verwirklichen, die nach Schokolade („Chocolate Porter“) oder Kaffee („Coffee Porter“) schmecken.

Weitere Feinabstimmungen hinsichtlich des Geschmacks lassen sich mit Karamellmalz, Sauermalz oder Milchsäurebakterien erreichen. Ein mit Milchsäurebakterien hergestelltes Porter wird auch als „Milk Porter“ bezeichnet. Nicht unüblich ist auch die Zugabe anderer süßlicher Aromen wie beim Vanille-, Erdbeer- oder Kirsch-Porter. Wer es weniger süß mag, greift zum „Smoked Porter“. Für dessen Herstellung wird geräuchertes Malz eingesetzt, wodurch das Porter-Bier ein rauchiges Aroma erhält.

Vom Hafendock um die Welt

Porter-Bier wurde auch von den englischen Seeleuten geschätzt. Über den Schiffsverkehr verbreitete es sich zunächst in Europa und schlussendlich bis in die letzten Winkel des britischen Kolonialreichs. So gelangte es tatsächlich bis in 20.000 Kilometer entfernte Indien, auf die andere Seite des Globus. Allerdings setzte es sich dort nicht wirklich durch. Die Gründe dafür kennt man heute nicht so recht, aber es scheint so, als wären im schwül-heißen Klima Indiens helle, frische und durstlöschende Biere schlicht beliebter. Auf dem europäischen Kontinent dagegen entwickelte sich indes ein eigener Porter-Stil.

Die Eroberung des Ostseeraums: Baltic Porter

Das britische Porter erreichte über die Häfen bald das europäische Festland. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Popularität des Biers. Während es zunächst noch von der Insel importiert wurde, begannen die Brauereien an der Ostseeküste schnell, ihre eigenen Porter-Sorten zu brauen. Herausgekommen sind dabei die sogenannten „Baltic Porters“, die im Gegensatz zu ihren englischen Pendants untergärig gebraut werden.

Das Baltic Porter ist geschmacklich eine Mischung aus seinem britischen Vorgänger und dem süßeren, hochalkoholischen russischen Imperial Stout. Der Bierstil wurde und wird vor allem in den baltischen Staaten gebraut, also in Litauen, Estland und Litauen, sowie in Finnland, Polen und Russland. Der eiserne Vorhang ließ das Baltic Porter in den westlichen Staaten in Vergessenheit geraten, bis ambitionierte Craft-Beer-Brauer die Bierspezialität wieder auf den Markt brachten. Im Baltikum, in Polen und im westlichen Russland ist das Baltic Porter bis heute beliebt und wird dort von namhaften Brauereien hergestellt.

Geschmacklich erinnert das Baltic Porter mit seinem hohen Alkoholgehalt und seiner salzigen Süße eher an die russischen Stouts als an die britischen Porter. Die Bitterkeit ist mittel bis niedrig. Im Nachgang erhöht der Geschmack von dunklen Früchten, Karamell, Toffee oder Johannisbeere die Komplexität. Ein Genuss für Bierliebhaber, die es kräftig und gleichzeitig süß mögen.

Die Eroberung der neuen Welt: Vanille-Porter

Die Seefahrt machte es möglich, dass das Porter auch seinen Weg von Europa über den Atlantik nach Amerika fand, und später sogar nach Australien gelangte. Auch in den USA wurde zunächst Porter-Bier getrunken, welches seinem britischen Vorbild entsprach. Erst später wurden die amerikanischen Brauer experimentierfreudiger und gaben dem Bier eine neue Richtung. So ist es dort nicht unüblich, geräucherten Malz zu verwenden, mit Schokoladen- oder Kaffeearoma zu würzen und so dem „American Porter“ seinen typischen, etwas verbrannten Geschmack zu geben. Einige Brauer lagern ihr Bier sogar längere Zeit in Bourbon- oder Whiskeyfässern.

Eine echte Besonderheit des amerikanischen Raums sind aber die Vanille-Porter („Vanilla Porter“). Die in Colorado ansässige Brauerei Breckenridge produziert Porter, das bekannt ist für sein Aromagemisch aus Vanille und geröstetem Getreide. Dafür werden echte Vanilleschoten aus Madagaskar und Münchner Malz verwendet – internationale Zutaten, die ein ausgewogenes und geschmackvolles Bier hervorbringen, welches einen guten Ruf genießt.

Klassiker in vielen Varianten: Englische Porter 

Noch einmal zurück nach England. Auf der Insel entwickelte sich das Porter eher in eine andere Richtung. Die Biere wurden weniger stark, aber weiterhin obergärig und mit einem komplexen Bukett eingebraut. Ein scharfer bis brenzliger Röstgeschmack war da durchaus beabsichtigt. Anstelle der malzigen Süße traten Nuss- oder Schokoladenaroma. Die Bierstärke lag mit maximal 5 bis 6 Prozent Alkoholgehalt im Bereich eines normalen Vollbiers.

Das ruhmlose Ende

Der eine oder andere sieht das Ende des Porters schon in der „Londoner Bierflut“ von 1814 kommen. Das Bier war sehr beliebt geworden, benötigte aber eine Lagerzeit von bis zu zwei Jahren. In London, der Hochburg des englischen Brauwesens, übertrafen sich die Brauer daraufhin mit dem Bau immer größerer Fässer. Bis sich ein Unglück ereignete. Am 17. Oktober platzte ein Bottich in der „Meux and Company“-Brauerei, der mehr als 135.000 imperiale Gallonen (610.000 Liter) Bier enthielt, was wiederum weitere Bottiche im Gebäude zum Bersten brachte. So ergossen sich am Ende 323.000 imperiale Gallonen (1.470.000 Liter) Bier über die Straßen des Slums von St. Gilles. Dabei stürzten zwei Häuser ein, und mindestens acht Menschen starben.

Die eigentliche Ursache für den vorübergehenden Niedergang des Porters sehen Bierexperten aber in anderen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. In England kam der Bierstil aus der Mode, in Irland nahm das Stout sein Platz ein. Allein einige kleine Brauereien in Schottland hielten der Bierspezialität die Treue. In Deutschland fristete das Porter als Schwarzbier sowieso immer nur ein Nischendasein, bis es in den 1980er-Jahren fast vollends verschwunden war. Nur im Ostseeraum wurde das Baltic Porter durchgängig gebraut. In Polen beispielsweise stellte und stellt jede größere Brauerei Porter her.

Ist ein Stout nicht eigentlich ein Porter?

Irgendwie sind sie doch alle dunkel, die Biere aus England. So kommt es Außenstehenden zumindest häufig vor. Das britische Brauwesen hat auf den Inseln eine lange Tradition, die vieles bis heute bewahrt hat. So wird dort immer noch gerne das Ale gebraut und getrunken. Das obergärige, starke und hopfenbittere Bier behauptet ansonsten in nur wenigen Ländern neben den beliebten Lagerbieren seinen Platz.

Aus dem Versuch Ale, Lagerbier und Starkbier zu einer neuen Sorte zu mischen, entstand das Porter: ein kräftiges, saures Bier mit dunkler Färbung. Äußerlich lässt es sich kaum von einem Stout unterscheiden. Allerdings ist das Stout ausschließlich schwarz, sein EBC-Wert liegt immer im Bereich von 80. Die Unterschiede zwischen einem Stout- und einem Porter-Bier sind nicht riesig. Ursprünglich unterschied man die Biere vor allem dadurch, dass beim Porter gemälztes Getreide und beim Stout vorwiegend unvermälztes geröstetes Getreide zum Einsatz kam. In Zeiten experimentierfreudiger Brauer ist das aber ein nur noch wenig zu gebrauchendes Unterscheidungsmerkmal, das nicht mehr zeitgemäß erscheint. Deshalb gilt als beliebte Faustregel für die Unterscheidung der Biere: Das Porter hat weniger Hopfenbittere und weniger Alkohol.

Eigentlich wurde das Stout in seinen Anfängen „Stout Porter“ („starkes Porter“) genannt. Dabei bezog sich das Wort „stark“ nicht auf den Alkoholgehalt, sondern auf den Geschmack. Über die Zeit wurde der Name einfach auf „Stout“ verkürzt. Besonderen Erfolg feierte das Stout in Irland. Hier wurde es kräftig weiterentwickelt. Das bekannteste Stout ist das von Guinness. Das Export-Guinness entspricht allerdings nicht dem in Irland getrunkenen. Es schmeckt anders als das Original und hat einen höheren Alkoholgehalt. Dadurch gilt es nicht mehr als Schankbier und kann teurer verkauft werden.

Dem Porter-Bier ähnlich ist das India Pale Ale (IPA). Von zu Hause das Biertrinken gewohnt, wollten der Legende nach in Indien stationierte Soldaten auf das erfrischende Getränk aus dem Heimatland nicht verzichten. Erste Versuche, beliebte heimische Biersorten nach Indien zu verschiffen, misslangen kläglich. Bis das Bier in der Kronkolonie ankam, war es ungenießbar geworden.

Damit das IPA auf dem langen Seeweg nicht verdarb, wurde es von den britischen Brauern besonders stark eingebraut. Dieses Verfahren machte es nicht nur besonders haltbar, es verdoppelte auch den Alkoholgehalt im Vergleich zu den damals üblichen Bieren. In der englischen Heimat dachte man sich, die Soldaten in Indien könnten das acht- bis neunprozentige Bier doch mit Wasser auf das Normalmaß verdünnen – was diese aber eher selten taten.

Außerdem wurde dem IPA eine Extraportion Hopfen zugefügt. Hier sind wir dann schon beim zweiten entscheidenden Unterschied zum Porter-Bier, bei dem es ursprünglich verpönt war, Hopfen zu verwenden. Schon damals hatte man festgestellt, dass Hopfen eine antibakterielle und damit konservierende Wirkung auf das Bier hatte – perfekte Voraussetzungen für eine lange Lagerzeit. Deshalb und aufgrund seines guten Geschmacks setzte sich Hopfen daraufhin auch bei anderen Biersorten als Biergewürz durch.

Die Geschichte könnte man jetzt noch weiterspinnen. Dass beispielsweise, was in der Kolonie schmeckte, auch zu Hause gut ankam und so weiter und so fort. Es ist eben eine Legende, welche die Entstehung des IPAs besonders interessant klingen lässt. Sicher ist nur, dass es schon vor 200 Jahren in Großbritannien gebraut wurde und mit hoher Wahrscheinlichkeit eher auf lange Fahrt geschickt wurde, weil es weniger schnell verdarb als andere beliebte Ale- oder Porter-Sorten jener Zeit.

Porter-Biere aus Deutschland

Ähnlich wie in den anderen Ländern des Ostseeraums wurde Porter-Bier in Deutschland als Starkbier vertrieben. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen Rezepte auf den Markt, die es deutschen Brauern ermöglichten, das bis dato durch seinen Preis als Luxus-Bier geltende Porter nachzubrauen. So konnte man um 1820 in Deutschland einige Brauereien finden, die Porter-Biere für den deutschen Markt herstellten. Auf die längste Porter-Brautradition konnte die Brauerei Christian Rose im mecklenburgischen Grabow zurückblicken. Von 1853 bis zur Schließung des Betriebes 1990 wurde das Bier hier erzeugt.

Während in der DDR durchgängig in kleinen Mengen Porter-Bier von verschiedenen Brauereien hergestellt wurde, gab es in der Bundesrepublik seit den 1970er-Jahren nur noch eine Brauerei, die das Porter braute und noch bis heute braut: die Hoepfner-Brauerei in Karlsruhe. Seit den 1990ern taucht Porter-Bier als Nischenprodukt wieder verstärkt im Sortiment einzelner Brauereien wie der Klosterbrauerei Neuzellen, der Schwerter-Brauerei Meißen und des Riedenburger Brauhauses auf. Aber auch die für ihr Schwarzbier bekannte Privatbrauerei Eibau führt seit Längerem ein Porter. Und wie es sich für den hohen Norden gehört, vertreibt die in Stralsund ansässige Brauerei Störtebeker ein „Nordik Porter“ in der klassischen, deutschen Starkbier-Variante.

Da Porter-Biere nicht standardisiert sind, gibt es auch in Deutschland viele Sorten, die sich von der klassischen deutschen Starkbier-Variante unterscheiden. Einige deutsche Porter richten sich nach britischen und amerikanischen Bierstilen, mit einem geringeren Alkoholgehalt; oder sie werden sogar nachgesüßt. Besonders erfolgreich mit letzterer Variante ist die Bergquell-Brauerei Löbau. Sie erfreut sich größerer Beliebtheit mit ihren Biermixgetränken, dem Erdbeer-Porter und dem Kirsch-Porter.

Passt gut zu ...?

Das kräftige Porter mit seiner süßen Malznote im Nachgang wird gerne auch zu kräftigeren Mahlzeiten wie Eintöpfen, Gerichten mit Wild, Steaks oder zum Braten sowie mit kräftigem Käse genossen. Dank der Vielfältigkeit seiner Sorten sind die Empfehlungen aber auch nicht immer so klar. Das „richtige Porter“ zur „richtigen Mahlzeit“ unterstreicht aber auf jeden Fall das Geschmackserlebnis. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ein Restaurant aufsuchen, wo man sich mit Bier auskennt. In Craft-Beer-Hotspots wie Berlin, München und Hamburg, aber auch in Stuttgart, Kiel oder Leipzig finden sich Angebote für spannende food pairings mit Craft Bieren – darunter natürlich auch Porter.

In Großbritannien wird Porter-Bier in schlichten Glaskrügen oder Pints serviert, was einem halben Liter entspricht. In Deutschland dagegen hat sich die Verwendung von sogenannten „Pokalen“, also Stielgläsern, als Biergläser durchgesetzt – passend für ein solch gehaltvolles Bier. Damit sich der Geschmack des komplexen Buketts vollkommen entfalten kann, sollte das Porter nicht zu kalt serviert werden. Die Trinktemperatur bei einem britischen Porter-Bier sollte zwischen 12 und 13 Grad Celsius liegen. Die kontinentale Variante darf auch etwas kühler serviert werden, aber weniger als 10 Grad sollten es auch hier nicht sein.

Und bei so manchem kommt nach dem Genuss leider der Frust: Wer auf seine schlanke Linie achtet, sollte im Hinterkopf behalten, dass die Regel gilt: Je höher der Alkoholgehalt, umso höher die Kalorienzahl des Biers. Auch die Hefe hat einen großen Einfluss auf den Kaloriengehalt eines Biers. Untergärige Biere weisen wegen ihres langsameren und längeren Gärungsprozesses eine geringere Kalorienzahl auf als obergärige Biersorten. Ein Porter von der Insel hat im Durchschnitt 52 Kalorien je 100 Milliliter – es gilt anschließend also, 216 Kilojoule zu verbrennen. Bei einem untergärigen Kontinental-Porter ist es zwar etwas weniger, doch auch hier heißt es: Die Menge macht’s. Und wer trinkt schon nur 100 Milliliter zum Essen?

Was macht das Porter so besonders?

Die Frage lässt sich mit einem Wort beantworten: Vielfalt. Kaum eine Bierspezialität gibt es in so vielen unterschiedlichen Ausprägungen wie das Porter. Abhängig von der Brauweise, den eingesetzten Zutaten und der Ursprungsregion lernen Bierkenner mit jedem Schluck neue Geschmacksnuancen kennen.

Und nicht zuletzt ergibt sich die Vielfalt auch durch die unterschiedlichen Brauereien: Diese brauen das Porter auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise und verleihen ihm somit eine ganz besondere, individuelle Craft-Beer-Note.

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